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VOIGTSBERGER - RIEDENKLAU

 Mietrecht

 

Stra­ßen­rei­ni­gung, Ge­bäu­de­rei­ni­gung, Win­ter­dienst I

Viel­fach ist in Miet­ver­trä­gen ge­re­gelt, dass die Mie­ter die Stra­ßen­rei­ni­gung, die Ge­bäu­de­rei­ni­gung und das Streu­en und Räu­men im Win­ter als sog. Kehr­wo­che im wö­chent­li­chen Wech­sel über­neh­men.

Tritt dann wäh­rend des Be­ste­hens des Miet­ver­hält­nis­ses der Fall ein, dass der Mie­ter in Fol­ge von Krank­heit, Al­ter oder Ge­brech­lich­keit nicht mehr da­zu in der La­ge ist, die­se Rei­ni­gungs­pflicht zu er­fül­len, wird er von die­ser Ver­pflich­tung frei. Der Mie­ter ist al­so nicht zur Stel­lung ei­ner Er­satz­kraft ver­pflich­tet. Die­s ist in der Rechts­spre­chung be­reits mehr­fach be­stä­tigt wor­den. Der Mie­ter al­so, der jah­re­lang oder so­gar jahr­zehn­te­lang im Wech­sel mit den an­de­ren Haus­be­woh­nern Stra­ße und Trep­pen­haus ge­rei­nigt hat, kann die­se Tä­tigkeit ein­stel­len, wenn ihm die Rei­ni­gung auf­grund sei­nes Le­bens­al­ters zu be­schwer­lich wird.

In der­ar­ti­gen Fäl­len darf der Ver­mie­ter di­ese Ar­bei­ten ei­nem Rei­ni­gungs­un­ter­neh­men über­tragen. Die Kos­ten sind dann als neue Ne­ben­kos­ten­po­si­tion auf die Ge­mein­schaft der Mie­ter um­zu­le­gen. Kei­ne­sfalls al­so darf es so sein, dass der Ver­mie­ter le­dig­lich den be­tref­fen­den Mie­ter mit den Kos­ten für die Er­le­di­gung die­ser Ar­bei­ten be­las­tet.

Bei nur vo­rüber­ge­hen­der Ver­hin­de­rung des Mie­te­rs we­gen Krank­heit oder Ur­laub, darf auch durch Aus­le­gung des Miet­ver­tra­ges er­war­tet wer­den, dass die Tä­tig­keit durch Tausch der Mie­ter un­ter­ein­an­der selbst oder durch Fa­mi­lien­mit­glie­der des ver­hin­der­ten Mie­te­rs er­le­digt wer­den. Es ist al­so auch in die­sem Fall nicht zu­läs­sig, dass der Ver­mie­ter ein­ma­lig ein Rei­ni­gungs­un­ter­neh­men be­auf­tragt und die­se Kos­ten dann dem Mie­ter in Rech­nung stellt.

Hin­zu­wei­sen ist in die­sem Zu­sam­men­hang auch noch da­rauf, dass der Ver­mie­ter durch­aus be­rech­tigt ist, Win­ter­dienst, Stra­ßen­rei­ni­gung und Trep­pen­haus­rei­ni­gung un­ter Um­stän­den von ver­ein­bar­ter Ei­gen­leis­tung der Mie­ter auf Fremd­leis­tung durch Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men um­zu­stel­len und da­durch hö­he­re und un­ter Um­stän­den so­gar neue Be­triebs­kos­ten zu ver­ur­sa­chen, wenn dies aus sach­li­chem Grund ge­recht­fer­tigt ist. Ein ty­pi­scher sach­li­cher Grund ist da­rin zu se­hen, dass die Mie­ter Win­ter­dienst und Rei­ni­gung un­ter­las­sen oder im Ein­zel­fall nur man­gel­haft aus­füh­ren.

Für Rück­fra­gen und Prob­le­me zu die­sem The­menkreis ste­he ich Ih­nen ger­ne zur Ver­fü­gung.

 

Oli­ver Die­wald, Rechts­an­walt

o.diewald@voigtsberger-riedenklau.de

 

Stra­ßen­rei­ni­gung, Ge­bäu­de­rei­ni­gung, Win­ter­dienst II

Im Zu­sam­men­hang mit Haus­meis­ter- und Rei­ni­gungs­tä­tig­kei­ten ist auf ei­nen kürz­lich ver­öf­fent­li­chtes Ur­teil des Land­ge­rich­tes Ber­lin, Az.: 63 S 122/11, hin­zu­wei­sen.

Wenn, was häu­fig der Fall ist, der Ver­mie­ter selbst Win­ter­dienst, Stra­ßen­rei­ni­gung und Kehr­wo­che durch­führt, kann er dies bei den Be­triebs­kos­ten be­rück­sich­ti­gen. Der Ver­mie­ter kann dann et­wa die Be­trä­ge in An­satz brin­gen und auf die üb­ri­gen Mie­ter um­le­gen, die ein Dienst­lei­ster für Er­le­di­gung die­ser Ar­bei­ten be­rech­nen wür­de.

Das Land­ge­richt Ber­lin hat nun ent­schie­den, dass dies nur gel­ten soll, wenn der Ver­mie­ter die­se Ar­bei­ten auch tat­säch­lich selbst er­le­digt. In dem vom Ge­richt zu ent­schei­de­nden Fall war es so, dass die Ver­mie­te­rin ih­rem Ehe­mann die Rei­ni­gung des Miets­hau­ses über­tra­gen hat­te. Der Ehe­mann er­hielt von sei­ner Frau da­für kei­ne Be­zah­lung. Den­noch wur­den aber Kos­ten da­für in der Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung ausg­ewiesen. Ei­ne da­ge­ge­n ge­rich­te­te Kla­ge ei­ner Mie­te­rin war er­folg­reich. Das Ge­richt hatte in den Ent­schei­dungs­grün­den fest­zu­stel­len, dass um­la­ge­fä­hig nur die­je­ni­gen Kos­ten sei­en, die auch tat­säch­lich ent­ste­hen. Füh­re der Ver­mie­ter die Ar­bei­ten selbst durch, kann er sich da­für fik­ti­ve Kos­ten ge­neh­mi­gen. Er­brin­gen hin­ge­gen Drit­te, al­so ins­be­son­de­re An­ge­hö­ri­ge des Ver­mie­ters die­se Leis­tun­gen, oh­ne da­für ei­ne Be­zah­lung zu er­hal­ten, kann der Ver­mie­ter wie­de­rum nicht da­für fik­ti­ve Kos­ten bei den Mie­tern in An­satz brin­gen.

Ver­ste­hen muss man die Ent­schei­dung der Ber­li­ner Rich­ter nicht un­be­dingt. Es wird sich zei­gen, ob die­se Auf­fas­sung in der Rechts­spre­chung be­stä­tigt wird.

Bis da­hin ist so­wohl auf Mie­ter- wie auch auf Ver­mie­ter­sei­te Obacht ge­bo­ten.

Für Rück­fra­gen und Prob­le­me zu die­sem The­men­kreis ste­he ich Ih­nen ger­ne zur Ver­fü­gung.

 

Oli­ver Die­wald, Rechts­an­walt

o.diewald@voigtsberger-riedenklau.de